Warum frühe Integration in Kindergarten , Schule und Freizeit ?

Kinder lernen unvorbelastet und spielerisch – sind noch frei von gesellschaftlichen Normgedanken ohne Vorbehalte für das „Anderssein“. Das ganz „Andere” eines Menschen, das, was ihn fremd macht – der Boden, auf dem Vorurteile und generelle Ablehnung wachsen – kann behutsam kennen gelernt und verstanden werden.

Das “Anderssein” leugnet aber die Behinderung nicht ! Es verliert nur an Bedeutung gegenüber der Erfahrung, dass es viele gemeinsame Interessen, gemeinsames Erarbeiten und auch gemeinsame Freude gibt.

Vorteile für Kinder mit Behinderung:

  1. Sie bleiben Teil der normalen Umgebung, zu der Kinder mit und ohne Behinderung gehören (Art. 3 Abs.3 Grundgesetz).
  2. Sie lernen weiterhin, sich in dieser “normalen” Umgebung zu Recht zu finden, evtl. auch, sich hier durchzusetzen. Sie führen kein ausgegrenztes Sonderdasein.
  3. Durch die oft wohnortnähere Beschulung lernen sie eine größere Selbständigkeit; z.B. dadurch, dass sie ihren Schulweg alleine zu bewältigen lernen. Auch ein stärkeres Heimatgefühl (durch projektorientiertes Kennenlernen der Umgebung) entsteht.
  4. Sie werden durch das Vorbild ihrer Gleichaltrigen ohne Behinderung zusätzlich gefordert und gefördert. Kinder mit Behinderung lernen wie alle Kinder sehr viel durch Vorbilder. Zugleich lernen sie, ihre tatsächlichen Fähigkeiten realistischer einzuschätzen und so der Normalität immer mehr gewachsen zu sein. (Das geht mitunter in der schwierigen Zeit der Pubertät oft nicht ohne schmerzhafte Erfahrungen, die  - richtig sonderpädagogisch begleitet - die Kinder/Jugendlichen für ihr ganzes Leben stärken.)

Vorteile für Kinder ohne Behinderung:

  1. In einer Zeit, in der vor allem Leistung und Erfolg zählen, lernen die Kinder, dass auch Menschen, die offensichtlich etwas anders sind, ihren ganz eigenen Wert haben und Menschen sind, die in unsere Gesellschaft hineingehören.
  2. Durch das Miteinander im Schulalltag erwerben die Kinder eine höhere soziale Kompetenz.
  3. Durch ein Klima der gegenseitigen Akzeptanz, Achtung und Toleranz wird allen Schülern ein Kennenlernen der eigenen Schwächen und Stärken erleichtert und ermöglicht. So kann stressfreier gelernt und gearbeitet werden.
  4. Der unkomplizierte, natürliche und gefühlsbetonte Umgang der Kinder mit Behinderung mit dem Unterrichtsstoff ist ein positives Beispiel für Kinder ohne Behinderung, ihre eigenen Gefühle freier anzunehmen und auszuleben.
  5. Durch vielfältige Kontakte von Familien ohne behinderte Angehörige entsteht eine Sensibilisierung des Umfelds für Menschen mit Behinderung. Gerade dieser Wert kann in Zeiten intensiver öffentlicher Diskussionen über “lebenswertes und lebenswürdiges Leben” nicht hoch genug eingeschätzt werden.
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